Am 6. Mai 2026 lud die Landeshauptstadt Magdeburg zur ersten Öffentlichkeitsveranstaltung im Rahmen der Evaluierung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) 2030plus ein. Rund 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen im Dezernat für Umwelt und Stadtentwicklung zusammen, um über die Zukunft des Magdeburger Verkehrssystems zu diskutieren.
Den Einstieg übernahm Herr Schröter, Leiter des Fachdienstes 64.4 Verkehrsplanung der Landeshauptstadt Magdeburg, indem er kurz die Hintergründe der Evaluierung des VEP 2030plus vorstellte. Anschließend übernahm Frau Hermann von SVU Dresden, als Projektbearbeiterin das Wort. Unterstützt wurde Sie von Norbert Rost (Regionalentwicklung.de), der die Moderation der Veranstaltung übernahm.
Über das Live-Umfragetool Slido beteiligten sich die Anwesenden an acht interaktiven Umfragen und gaben insgesamt 217 Stimmen ab – ein deutliches Zeichen für das Interesse am Thema.
Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Assoziationen zum VEP reichten von Schlagworten wie „Sicherheit“, „Radverkehr“ und „nachhaltige Mobilität“ bis hin zu skeptischen Stimmen wie „Papiertiger“ oder „Papier ist geduldig“ – ein Hinweis darauf, dass viele Teilnehmende großen Wert auf die tatsächliche Umsetzung der Planinhalte legen. Bei den erwarteten Themen standen Nachhaltige Mobilität, der Ausbau des Radwegenetzes, Vision Zero, ein verlässlicher ÖPNV sowie messbare Klimaschutzziele im Vordergrund.
Zu den wahrgenommenen Veränderungen der letzten Jahre äußerten sich die Teilnehmenden uneinheitlich: Positiv vermerkt wurden ausgebaute Radwege, mehr Barrierefreiheit und ein verbesserter Bahnhofsvorplatz. Kritisch angemerkt wurden hingegen ein spürbarer Sanierungsstau im Bestandsnetz, eine wahrgenommene Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs sowie zunehmende Aggressivität gegenüber Radfahrenden. Ganz aktuell beschäftigen die Bürgerinnen und Bürger vor allem die Brückensituation auf dem Magdeburger Ring und die damit einhergehenden Ausweichverkehre in die Stadt, zu wenig Tempo 30 sowie das Thema Sicherheit.
Bei der Priorisierung der sieben Oberziele des VEP votierten die Teilnehmenden „Zugang für alle Menschen“ und „Erhöhung der Sicherheit für Alle“ gleichauf an die Spitze. Die geringste Priorität erhielt die Sicherung des Wirtschaftsverkehrs. In der Diskussion um mögliche neue Zielvorstellungen wurden zudem Themen wie Superblocks, autofreie Zonen und eine bessere Verknüpfung der ÖPNV-Angebote genannt.
Die gesammelten Rückmeldungen fließen nun in die weitere Evaluierung des VEP 2030plus ein, die SVU Dresden im Auftrag der Landeshauptstadt Magdeburg durchführt. Ziel ist es, den Plan an aktuelle Herausforderungen der Verkehrswende und den SUMP-Anforderungen anzupassen und dabei die Perspektiven der Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen. Eine weitere Bürgerbeteiligung ist im Laufe des Evaluierungsprozesses vorgesehen.
Hinweis: Die Präsentation aus der ersten Öffentlichkeitsveranstaltung, einschließlich der Slido-Ergebnisse, finden Sie unter nachfolgendem Link (Veröffentlichung der Landeshauptstadt Magdeburg) Präsentation Evaluation VEP 1. Öffentlichkeitsveranstaltung.


